Ein Junggesellinenabschied bedeutet, sich vom Markt zu verabschieden und den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Es wird gefeiert, bis die Balken biegen und darauf vertraut, dass es keinen zweiten Abschied eines wiedergefundenen Junggesellinendaseins geben wird. Denn nicht jede Ehe hält. Vielmehr: Jede Zweite. Aber bei dem Polterabend ist das ja völlig egal, hier wird geschaukelt und gejohlt, der Mann hochgelobt, dass er der Beste sei und bei der Scheidung kann man ihn nicht früh genug wieder loswerden. Die Jungen und Gesellen feiern auch mit und meinen es wäre Anlass genug, die Korken knallen zu lassen uns ausgelassen zu feiern, bis die Hochzeit stattfindet, mit der der Bund der Ehe besiegelt wird. Ein weißes Kleid, ein schicker Anzug, mancher auch in Grün kommen zur Kirche, vorher zum Amt und heiraten. Das ist der Abschied in den Hafen der Ehe. Es wird eine Weile geschippert, bis manche ans andere Ufer verschwinden oder auch noch jemanden entdecken, der einen zweiten Abschied der Gesellen ins junge Leben wert ist.